Angebliche Erfolgsmeldungen zur CIG Wireless sind ein Desaster für IT 2, 5 und 9 – Stephan Brückl verschweigt die negativen Auswirkungen

Die neuerlichen Erfolgsmeldungen zur CIG Wireless bestätigen einmal mehr die Attraktivität des US-amerikanischen Mobilfunkinfrastrukturmarktes. Es gibt Transaktionen am laufenden Band und vorhandene Liquidität von potenziellen Investoren.

Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass den Anlegern der InfraTrust-Fonds in Deutschland ständig suggeriert wird, dass sich niemand für ihr Portfolio an Mobilfunkmasten interessiere und es extreme Risiken aufweise, so dass man zügig und ohne Einholung weiterer Angebote zur Feststellung der Marktwerte an die mutmaßlich von Stefan Beiten und Nikolaus Weil dominierte CIG Wireless verkaufen sollte. Übrigens: Der Verkauf wurde erst dann ein Thema, als der Versuch gescheitert war, alle Beteiligungen in einer Art Asset-Pool zu vereinen.

Das Asset-Pooling haben Beiten, Weil und Przybyl bereits im LifeTrust-Bereich durchgeführt. Das Ergebnis ist erschreckend: Rund 200 Millionen US-Dollar an Anlegergeldern sind vermutlich vollständig verloren, nachdem fast alle Anlagegüter als Sicherheit für einen Millionenkredit an eine amerikanische Bank abgetreten wurden und voraussichtlich – insbesondere nachdem der Wert der Policen gefallen ist – weitgehend zur Erfüllung der Darlehensverbindlichkeiten herhalten müssen.

Die CIG Wireless wurde ursprünglich durch die Übernahme der CIG, LLC finanziert. Diese Gesellschaft wiederum wurde u.a. mit dem Kapital der Private Placements InfraTrust Premium 1 und InfraTrust Premium 4 finanziert und wurde erst richtig aktiv, nachdem die beiden Fonds InfraTrust 2 und InfraTrust 5, bei denen das Landentwicklungsmodell gescheitert war, ihren Investitionszweck in Mobilfunkmasten änderten. Diese beiden Fonds sowie zwei weitere Private Placements haben ihr Kapital über atypisch stille Beteiligungsverträge auf die Bilanz der CIG, LLC investiert. Die Masten wurden Eigentum der CIG, LLC und in deren Bilanz aktiviert; mit den Fonds wurde eine Gewinn-/Liquiditätsbeteiligung vereinbart. Jedem Fonds wurden wirtschaftlich Masten zugeordnet, aus denen die Fonds die Mieterlöse erhalten und im Gegenzug für die mastbezogenen Kosten aufkommen sollten. Festgeschrieben waren zudem eine feste Laufzeit, besicherte Investition und klare Ausschüttungsvorgaben.

An diese Verträge hat sich die CIG, LLC jedoch nicht gehalten. [Aufgrund einer von Stefan Beiten beantragten und vom Gericht ohne mündliche Verhandlung erlassenen einstweiligen Verfügung steht dieser Textpart derzeit nicht zur Verfügung. Die einstweilige Verfügung stellt eine rein vorläufige Regelung dar. Über die Zulässigkeit der Veröffentlichung des betroffenen Textparts wird im Hauptsacheverfahren mit mündlicher Verhandlung zu entscheiden sein.]

Darüber hinaus wurden dann die atypisch stillen Beteiligungsverträge gekündigt und in stimmrechtslose Aktien an der CIG, LLC gewandelt. Mit diesem Schritt wurde der Weg bereitet, den Kreditvertrag mit der Macquarie Bank zu schließen, da man Masten nicht als Sicherheit hinterlegen kann, solange ein anderer, nämlich die deutschen Fonds, die Rechte an den Erträgen für eine bestimmte Zeit haben. Mit der Kündigung der atypisch stillen Beteiligungsverträge entfiel auch der Anspruch der Fonds, ihre Beteiligungsverträge zu kündigen, die Laufzeiten wurden ausgehebelt.

Die CIG, LLC hat nach Ansicht von Oliver Schulz keine unbelasteten Mobilfunkmasten mehr. Der Wert des Unternehmens ist ihm nicht bekannt, auch der Geschäftsführer nicht. Auf der konsolidierten Bilanz der CIG Wireless findet man die Fonds zu Beginn auf der Fremdkapitalseite; später wanderten die Verbindlichkeiten des CIG-Konzern gegen die Fonds durch die Kündigung der atypisch stillen Beteiligungsverträge und den Wandel in „Aktien“ auf die Eigenkapitalseite; aus Verbindlichkeiten gegenüber den Fonds war Eigenkapital des CIG-Konzerns geworden. Hierdurch wurde es möglich, mit einer Bank eine Kreditlinie abzuschließen und weitere Transaktionen durchzuführen.

Ein super Geschäft für die CIG Wireless sowie für Stefan Beiten & Co. – eine negative Entwicklung für die deutschen Anleger und ihr Kapital. Sie haben das gesamte Unternehmen mit ihrem Kapital aufgebaut und befinden sich nun mit einem Bruchteil ihres Vermögens in einer Nachrangposition, die nicht einmal mehr mit Mobilfunkmasten besichert ist. Jeder neue Investor wird die Position der Fonds schwächen, insbesondere auch deshalb, weil diese bisher keine Stammaktien an der CIG Wireless, sondern lediglich Vorzugsaktien an der Tochter CIG, LLC halten.

So ist es jetzt mit Fir Tree passiert, die groß bei der CIG Wireless einsteigt. Fir Tree gibt der CIG Wireless 35 Millionen US-Dollar und erhält dafür Vorzugsaktien.  Der Einfluss des neuen Investors ist offensichtlich groß: Ausweislich der aktuellen Börsenmeldung der CIG Wireless scheiden hochrangige Mitarbeiter aus, werden  Positionen mit vermutlich eigenen Mitarbeitern von Fir Tree besetzt und die Aktienoptionen der bisherigen Führungskräfte weitgehend aufgehoben. Der Geschäftsführung wurden Handschellen angelegt. So gut wie keine Entscheidung läuft ohne die Zustimmung des neuen Investors. Das klingt mehr nach einer Übernahme als nach einem normalen Investor.

Auch die finanziellen Konditionen haben es in sich. Nachdem das Unternehmen bereits die über 10 Millionen US-Dollar geliehenes Kapital der Macquarie Bank mit fast 10% verzinsen und bedienen muss, kommen nun weitere 9% für das Kapital von Fir Tree hinzu. Diese Konditionen steigen in den nächsten Jahren bis auf 13%. Unter bestimmten Voraussetzungen erhöht sich der Zinssatz sogar bis auf 19%. Nach 5 Jahren kann Fir Tree auf einen Exit bestehen und fordern, dass die CIG Wireless das Kapital zurückzahlt. Kann sie das nicht, bestehen ja ausreichend Sicherheiten. Im LifeTrust-Bereich wurde dieses Prinzip ausgiebig genutzt.

Wer profitiert an welcher Stelle, wenn es gut läuft?

Macquarie Bank
Rang 1  Series A-1 Preferred Stock (Fir Tree)
Rang 2  Series A-2 Preferred Stock (Fir Tree)
Rang 3  Series B 6% 2012 Convertible Redeemable Preferred Stock
Rang 4  Common Stock
Rang 5  Minority Interests (IT2, IT5, ITP9)

Die Fonds, die das Geschäft der CIG Wireless erst möglich gemacht haben, hängen nun auf der Bilanz der CIG Wireless innerhalb einer Untergesellschaft der CIG, LLC und werden nur noch an letzter Stelle bedient. Die Anleger stehen damit nun an deutlich schlechterer Stelle: Flossen ihren Fonds vor der Kündigung der atypisch stillen Beteiligungsverträge die Einnahmen im vertraglich vereinbarten Verhältnis direkt zu, stehen nun diverse Gruppen vor ihnen, die zuerst Gelder und/oder Gewinne erhalten.

Die Fonds besitzen noch das Recht, ihre „stimmrechtslosen Vorzugsaktien“ in Common Stocks zu tauschen. Der Wert ist dabei fixiert und beträgt für die folgenden Fonds:
IT2          7.050.811 USD
IT5          3.959.118  USD
ITP9           508.971 USD

Dabei wurde auch der conversion price festgelegt, also der Preis, zu dem die Aktien getauscht werden. Nachdem der Aktienkurs unverständlicherweise immer weiter gestiegen war, obwohl das Unternehmen in 27 Monaten über 15 Millionen US-Dollar operative Verluste zeigte und darüber hinaus bisher einen  Kredit über 10 Millionen US-Dollar für Transaktionen aufnahm, beträgt der Verkehrswert einer Aktie offenbar maximal die als neuen Umtauschkurs festgelegten 1,00 US-Dollar. Doch auch dieser Wert dürfte  immer noch deutlich zu hoch angesetzt sein, denn anderenfalls hätte man Fir Tree – wie geschehen – neben den Aktien kaum noch umfassende finanzielle Vorzüge und Kontrollmöglichkeiten eingeräumt, die aus der Beteiligung faktisch eine Übernahme der CIG Wireless durch Fir Tree machen dürften. Übrigens bedeutet auch der Tausch in Common Stocks nicht, dass die Anleger eine bessere Position einnehmen. Denn wie es im Börsenbericht heißt, erhalten die Common Stocks erst dann Dividenden, wenn die Series A-1 ihre volle Dividende erhalten haben: “Only after all outstanding Series A-1 Preferred Dividends have been paid or declared and set apart in cash for payment, is the Corporation’s Common Stock entitled to receive dividends during any fiscal quarter.”

Was sind die Unterschiede zwischen einer atypisch stillen Beteiligung (die die Fonds ursprünglich abgeschlossen haben) und der inzwischen eingetretenen Aktienbeteiligung an der CIG, LLC?

  Atypisch stille Beteiligung
(am Beispiel von ITP 7)
Aktien an der CIG, LLC (InfraTrust-Fonds 2, 5 und 9)
Rechtliche Stellung Weitgehend der Stellung eines Kommanditisten angenähert Inhaber von Class a Memberships  – stimmrechtslose Vorzugsaktien
Assetzuordnung Getrennte Buchführung für die dem Fonds zugeordneten Masten, abgegrenzt vom restlichen Anlagevermögen der CIG LLC „non-controlling interests“ auf der Bilanz der CIG Wireless
Kostenzuordnung Das Compartment trägt die Kosten für seine Anlagegüter; den Anlagegütern nicht konkret zuordenbare Kosten sind den Compartments gemäß den nach allgemein akzeptierter Geschäftspraktik verwendeten Formeln zuzuordnen Als Gesellschafter sind sämtliche Kosten des CIG-Konzern mitzutragen
Gewinnverteilung Alle Nettogewinne werden dem Fonds zugeteilt, bis er eine Rendite von 8% auf die Kapitaleinlagen erhalten hat.Die übrigen Nettogewinne werden auf Grundlage der Geschäftsanteile der jeweiligen Gesellschafter verteilt. Rang 1: Series A-1 Preferred Stock (Fir Tree)
Rang 2: Series A-2 Preferred Stock (Fir Tree)
Rang 3: Series B 6% 2012 Convertible Redeemable Preferred Stock
Rang 4: Common Stock
Rang 5: Minority Interests (IT2, IT5, ITP9)
Laufzeit Vertrag endet am 30.09.2015 Laufzeit wurde ausgehebelt

Die Anleger von InfraTrust 6 und InfraTrust 8 sollten wiederholt davon überzeugt werden, ihre Beteiligungen in Aktien zu tauschen. Dabei sollte ein Kurs zwischen 3 und 5 US-Dollar zugrunde gelegt werden. Hätten die Anleger diesem Tausch zugestimmt, wäre der Verlust enorm gewesen. Auch der Fakt, dass die CIG Wireless offenbar ganz dringend Liquidität benötigte – anders kann man sich diesen Deal mit Fir Tree und die Konditionen nicht erklären – beleuchtet die Versuche noch einmal sehr genau und lässt erkennen, dass mit aller Verzweiflung nach Kapital gesucht wurde, um die horrenden Verluste der vergangenen beiden Jahre – zumindest vorerst – aufzufangen. Die Anleger von IT6 und IT8 sollten verkaufen, um dann zu reinvestieren. Und worein die Reinvestitionen fließen sollen, ist wohl nun allen klar. Allerdings ist stark davon auszugehen, dass die Anleger in diesem Fall nicht wie die Profis von Fir Tree in einer Senior-Position gelandet wären, sondern viel wahrscheinlicher in der Minority-Interest–Position.

Für die InfraTrust-Fonds sieht es nicht gut aus, soviel ist klar. Das Wohl der Fonds liegt in der Hand eines US-amerikanischen Investors. Zudem versucht Stephan Brückl alles, um zu verhindern, dass die von Nikolaus Weil, Stefan Beiten und Franz-Philippe Przybyl veranlassten Aktionen aufgeklärt werden, die zu erheblichen Schäden für die Fonds geführt haben.

Anleger werden sich in der nächsten Zeit mit einer Flut an Informationen auseinandersetzen müssen. Dabei sollten sie immer berücksichtigen, dass sie mutmaßlich mit System nach Strich und Faden bis heute übervorteilt wurden. Die Hälfte der Fonds bzw. deren Vermögen gehört bereits der CIG Wireless bzw. den Aktionären – zu denen übrigens mit einer Aktienmehrheit von >50% Beiten und möglicherweise auch Weil und Przybyl zählen. Hier hätten die Fonds mit einer Mehrheit stehen müssen, da diese unfreiwillig Millionen in den Aufbau dieser Gesellschaft investiert haben.

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