BAC Opportunity (BOPP)

Der BAC Opportunity Premium 1 ist eine Inhaberschuldverschreibung, die im Rahmen eines Private Placements im Jahr 2008 emittiert worden war. Investiert werden sollte in die Entwicklung von Geschäftsbereichen und neuen Finanzbereichen der BAC.

Im Private Placement Memorandum heißt es hierzu: „Die BAC Opportunity GmbH begibt eine Inhaberschuldverschreibung „BAC Opportunity Premium Eins“, die in das Business- und Product Development neuer Finanzprodukte der BAC investiert. Die daraus resultierenden Produkte basieren auf für die BAC neuen Anlageklassen, neuen Sektoren innerhalb der Anlageklassen, in denen die BAC bereits tätig ist, und existierenden Anlageklassen.“

Weiter heißt es: „BAC Opportunity GmbH („Emittentin“) begibt eine Inhaberschuldverschreibung (BAC Opportunity Premium Eins), die in die Entwicklung von Opportunitäten, Geschäftsbereichen und neuen Finanzprodukten der BAC investiert. Zu diesem Zweck schließt die Emittentin einen Dienstleistungsvertrag mit der BAC Berlin Atlantic Capital AG ab. Gemäß dem Vertrag werden Opportunitäten aus unterschiedlichen Anlageklassen und darauf basierende Finanzprodukte von der BAC Opportunity GmbH im Auftrag von der BAC Berlin Atlantic Capital AG entwickelt. Die Einnahmen von den neuen Produkten fließen direkt an BAC Opportunity GmbH. Aus den Einnahmen reicht die BAC Opportunity GmbH eine Festverzinsung von 9,00% p.a. an die Anleger weiter.“

Einige Jahre später ist klar: Seit 2008 hat die BAC weder neue Anlageklassen noch neue Sektoren innerhalb bestehender Anlageklassen für sich erschlossen. Ihren letzten Fonds emittierte die BAC bereits 2010, seitdem ist das Emissionsgeschäft eingestellt. Es fließen somit keine „Einnahmen von den neuen Produkten“ an die BAC Opportunity GmbH.

Initiatorin des BAC Opportunity Premium 1 ist die BAC Berlin Atlantic Capital GmbH, Emittentin die BAC Opportunity GmbH. Letztere wurde mittlerweile umbenannt in BOPP 1. Verwaltungs GmbH. Sie hat Ansprüche auf die Rückzahlung der Inhaberschuldverschreibung gegenüber der BAC Berlin Atlantic Holding GmbH.

Mit Wirkung zum 30. April 2012 wurde die BOPP 1. Verwaltungs GmbH auf die inzwischen unter BeVS 1. Verwaltung GmbH firmierende BAC Berlin Atlantic Capital GmbH verschmolzen. Im Jahresabschluss 2012 der BeVS hieß es nun dieses Jahr: „Zum 28. Dezember 2012 wurde die BeVS 1. Verwaltung GmbH (vormals BAC Berlin Atlantic Capital GmbH) neue Komplementärin der BAC Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG. Zum 31.Dezember 2012 tritt der Kommanditist, Herr Stefan Beiten, Rechtsanwalt, Berlin, aus der BAC Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG aus. Durch diesen Austritt geht die BAC Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG ohne Abwicklung in der BeVS 1. Verwaltung GmbH (vormals BAC Berlin Atlantic Capital GmbH) auf.“

Weiter heißt es: „Die sonstigen Vermögensgegenstände [der BeVS 1. Verwaltungs GmbH] enthalten eine Forderung in Höhe von 910.000 Euro, die der Kommanditist Stefan Beiten in die Gesellschaft eingelegt hat. Diese Einlage steht unter der auflösenden Bedingung, dass die Anleger der Inhaberschuldverschreibung der ehemaligen BAC Opportunity GmbH einem Vergleich zustimmen.Die Gesellschaft hatte von der BOPP 1. Verwaltungs GmbH (vormals BAC Opportunity GmbH) nach der Aufnahme des Vermögens von dieser durch Verschmelzung eine Darlehensforderung gegen die BAC Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG übernommen.”

Die Anleger sollen nun also einem Vergleich zustimmen, der zulasten ihrer Ansprüche aus der Inhaberschuldverschreibung geht.

Übrigens: Durch Verschmelzungsvertrag vom 29.10.2013 und Zustimmungsbeschluss vom selben Tage wurde die BeVS 1. Verwaltungs GmbH auf ihren Alleingesellschafter Piotr Gomola verschmolzen, der das Unternehmen unter der Firma GOMOLA e. K. (HRA 49117 B beim Amtsgericht Charlottenburg) als Einzelkaufmann und Gesamtrechtsnachfolger fortführt. Damit ist die BAC/BeVS endgültig erloschen. Für den Notartermin war übrigens ein Dolmetscher zur Übersetzung ins Polnische notwendig, da Herr Gomola nach Überzeugung des Notars „der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig“ war. Nachdem bereits die vorangegangenen Schritte der BAC-Gründer den Anschein erwecken konnten, dass die BAC „beerdigt“ und die Ansprüche der Anleger und Vertriebe vernichtet werden sollen, drängt sich diese Vermutung nun noch deutlicher auf. Möglicherweise könnte der Grund für die Verschmelzung auf Piotr Gomola als natürliche Person darin liegen, dass eine natürliche Person keine Insolvenzverschleppung begehen kann, wenn es sich um ihr Vermögen handelt – es besteht weder bei Zahlungsunfähigkeit noch bei Überschuldung eine Antragspflicht.