Pressemitteilungen der BAC

Pressemitteilungen zum LifeTrust-Bereich

Kurz zusammengefasst:
Seit der Unternehmensgründung hat die BAC 12 Fonds aufgelegt, die in US-Lebensversicherungspolicen investieren, an denen sich rund 8.000 Anleger beteiligt haben. Die ersten Fonds wiesen dabei positive Ergebnisse für die Anleger aus durch rentable Verkäufe von Policen. In Pressemitteilungen (s.u.) kommunizierten die BAC-Verantwortlichen ihre scheinbaren Erfolge: „Die ersten Verkaufsverhandlungen, die in den USA geführt wurden, konnten gerade erfolgreich abgeschlossen werden. Den Zuschlag bekam ein US-amerikanisches Investorenkonsortium.“ – „Die Policen sind an institutionelle US-Investoren abverkauft worden.“ Auf Nachfrage, ob die verkauften Policen an dritte Fremde oder an von der BAC aufgelegte Fonds verkauft wurden, antwortete die BAC: „Wir verkaufen unsere Policen auf einem liquiden, weltweiten Markt an externe Investoren.“ BAC zog sogar vor Gericht: „Die von BAC initiierten US-Lebensversicherungsfonds handeln untereinander nicht mit US-Policen aus ihrem jeweiligen Portfolio.“

Doch wie sich schließlich zeigte, entsprechen diese Aussagen nicht der Wahrheit. Grafiken in der Financial Times Deutschland, in der Fondszeitung und in Börse Online zeigen eindeutig, dass es Fonds-zu-Fonds-Transaktionen gab. Und die waren nicht unbedingt zum Vorteil der Anleger der kaufenden Fonds. Denn: „Es gab Aufschläge. Bei einer Transaktion zwischen dem Fonds Life Trust One und dem Fonds Life Trust 11 im Dezember 2007 schlug die Zwischengesellschaft Life Value Creations knapp 1,3 Mio. Dollar auf. […] Bei einem Geschäft vom 6. November 2006 fielen 2,2 Mio. Dollar Differenz an. Gut 1 Mio. Dollar davon stellten drei Gesellschaften aus dem BAC-Umkreis für Beratung in Rechnung. Zudem war der Chef und Gesellschafter der Zwischengesellschaft Settlement Acquisitions zugleich Chef des BAC-US-Geschäfts. Es war eines der Geschäfte, bei denen BAC von Verkäufen an „institutionelle US-Investoren“ gesprochen hatte“, schreibt die FTD. Am 20. September 2011 veranlasste die Staatsanwaltschaft Berlin Hausdurchsuchungen in den verschiedenen Büroräumen und Privathäusern der Herren Beiten, Weil und Przybyl wegen des Verdachts der Untreue und des Kapitalanlagebetrugs im besonders schweren Fall. (Anmerkung: Die Ermittlungen wurden schließlich eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft die Behauptungen der BAC-Gründer, es seien angemessene Bewertungen erfolgt, nicht ausreichend widerlegen konnte.)

Übrigens: Im Jahr 2008 gründete die BAC den Life Trust Asset Pool, in den die 8 noch laufenden Fonds ihre Policen eingebracht haben. Im selben Jahr erhielt der LTAP eine Kreditlinie der Wachovia Bank für die Anschaffung und Verwaltung von US-Lebensversicherungspolicen. 2010 scheiterten die Verhandlungen zur Verlängerung der Kreditlinie mit Wells Fargo und die Bank erhält nach Ablehnung des Chapter 11-Antrags endgültig Zugriff auf „rund 400 US-Lebensversicherungspolicen, nahezu das gesamte Vermögen der Lifetrust-Fonds“, wie die BAC am 21. Februar 2011 verkündet. „Damit droht mehr als 8000 Anlegern hierzulande der Totalverlust ihrer Einlage. Insgesamt stehen für sie 175 Millionen Dollar auf dem Spiel“, fasst das Manager Magazin am 21. Februar 2011 die Situation zusammen.

Im März 2012 übrigens warb die Geschäftsführung (Franz-Philippe Przybyl) diverser LifeTrust-Fonds um Gesellschafterdarlehen in sechsstelliger Höhe, wie u.a. die FTD berichtet. Den Fonds ginge das Geld aus und mit den Gesellschafterdarlehen solle der laufende Fondsbetrieb finanziert werden. Käme der Mindestbetrag nicht zustande, drohe den Fondsgesellschaften die Insolvenz.

Seitdem werden die LifeTrust-Fonds mit Gesellschafterdarlehen am Leben gehalten, mit denen die Kosten für die Geschäftsführung und sonstige Ausgaben bedient werden. Die drohende Insolvenz kann mittlerweile ausweislich des Fondsmanagementberichts nur durch weitere Gesellschafterdarlehen verhindert werden. Die Zinsen für das erste Gesellschafterdarlehen wurden übrigens nur im ersten Jahr gezahlt, wie der Bericht des Fondsmanagements für das Jahr 2012 zeigt. Erst wenn es weitere Einzahlungen gebe, würden die Zinsen wieder bedient. Auch das macht deutlich, dass den Fonds aus Sicht von Oliver Schulz die Insolvenz droht.

Übrigens: Als das erste Gesellschafterdarlehen eingeworben wurde, ermittelte die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Franz-Philippe Przybyl wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug und Untreue jeweils in besonders schwerem Fall (Anmerkung: Die Ermittlungen wurden schließlich eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft die Behauptungen der BAC-Gründer nicht ausreichend widerlegen konnte). Diese Ermittlungen, die bereits im September 2011 aufgenommen wurden, hat Franz-Philippe Przybyl allerdings beim Einwerben des Darlehens wohl bewusst verschwiegen.

Anfang 2014 sollten die Lifetrust-Fonds dann „umstrukturiert“ werden; tatsächlich wurden die Fonds rückwirkend zum 31.12.2013 liquidiert und die letzten verbliebenen Policen wurden übertragen an die Life trust Holding, die zu 100% der ILMG Management von Franz-Philippe Przybyl gehört. Damit wurde Przybyl bzw. die ILMG anscheinend Eigentümer/in der letzten verbliebenen Versicherungspolicen des LTAP.

Wie schmerzhaft die Situation für die Anleger der LifeTrust-Fonds ausgehen wird, bleibt abzuwarten. Die Erfolge bejubelnden Pressemitteilungen der BAC rücken vor diesem Hintergrund aber in ein anderes Licht….

 08.11.2012: Life Trust Portfolio läuft plangemäß

13.08.2012: Positive Entwicklung bei den Life Trust Fonds

02.05.2012: Finanzierung der Life Trust Fonds gesichert. Fonds werben erfolgreich Gesellschafterdarlehen ein.

13.10.2011: BAC: Bei Policen-Transaktionen stets korrekt verhalten

18.03.2011: LTAP: Einigung mit Wells Fargo erzielt

07.03.2011: LTAP: Einigung mit Wells Fargo möglich

21.02.2011: US-Bank Wells Fargo erhält Zugriff auf die Policen der LifeTrust-Fonds

03.03.2010: Berlin Atlantic Gruppe 2009 mit Rekordjahr

09.02.2010: BAC LifeTrust 14 platziert

25.08.2008: Scope bewertet den Fonds BAC LifeTrust 14 mit BBB+/überdurchschnittlich

08.08.2008: BAC-Fonds Life Trust 11 und InfraTrust 2 erfolgreich geschlossen – Life Trust 11 wirbt dreimal soviel Kapital ein wie geplant

17.06.2008: BAC setzt erfolgreiche LifeTrust-Serie fort – Neuer US-Policenfonds BAC LifeTrust 14 startet am 1. Juli

22.01.2008: “Life Trust Premium 8″ schüttet 11,79 Prozent aus

08.01.2008: BAC “Life Trust 11″ erhöht Fondsvolumen auf 50 Millionen Euro

28.12.2007: BAC Berlin Atlantic Capital AG schließt Private Placement im Bereich US-Policen

19.12.2007: BAC US-Policenfonds Life Trust 6 schüttet Frühzeichnerbonus aus

23.10.2007: BAC Publikumsfonds Life Trust 2 schüttet bereits im ersten Jahr 45,5% aus

19.10.2007: BAC profitiert von positiven Entwicklungen am institutionellen Markt

18.09.2007: Life Trust Premium 5 erwirtschaftet überdurchschnittliche Renditen – US-Policenfonds der BAC setzen Erfolg fort

06.08.2007: BAC Policenfonds – verdreifachen Platzierungsvolumen im ersten Halbjahr 2007

02.04.2007: BAC startet Vertrieb von “Life Trust Premium 10″

19.02.2007: Berlin Atlantic Capital verdoppelt Platzierungsvolumen bei US-Policen auf 40,7 Mio. EUR – Private Placement mit einer Rendite von 12 Prozent abgewickelt

19.02.2007: US-Policen auf dem Vormarsch

07.06.2006: Top-Rendite für Anleger realisiert