Track Record of Failure

Auf ihrer Webseite Beiten Weil Partners Advisory veröffentlichen Stefan Beiten und Nikolaus Weil eine ausführliche Liste an abgewickelten Transaktionen. Diese Liste liest sich auf den ersten Blick wie eine Erfolgsgeschichte. Betrachtet man sie allerdings vor dem Hintergrund der Medienberichte der vergangenen Jahre, in denen die Herren Beiten und Weil auftauchen, verändert sich der Eindruck:

1999/2000: Multi-tier structured financing transaction with a total volume of € 80 million for off-balance film production and distribution financing with equity investment and government backed funding programs; jointly developed with leading global investment bank. (weiterlesen…)

Die Dresdner Bank vertrieb in den Jahren 1999 und 2000 den Fonds BAF Berlin Animation Film. 1.600 Kunden beteiligten sich mit 138 Millionen DM, weitere 30 Millionen DM kamen von der Investitionsbank Berlin (IBB). So weit, so wahr.

Unerwähnt bleibt folgendes: Leider fehlte dem Filmproduktionsdienstleister, der von Stefan Beiten und Nikolaus Weil geführten Greenlight Media AG (die später unter Media Management GmbH firmierte und mit Handelsregistereintrag vom 5. Juni 2014 unter Argo Ventures GmbH), „die Kompetenz und die Erfahrung, um eine solch umfangreiche Trickfilmproduktion zu stemmen. […] Das Ergebnis war verheerend: Es kam nicht nur zu deutlichen Zeitverzögerungen in der Produktion; die Qualität der meisten Filme war so schlecht, daß sie unverkäuflich waren.“ Die Kosten hingegen waren hoch, wie der Mittelverwendungsplan zeigt, „bei dem jenseits der eigentlichen Filmherstellungskosten ungewöhnlich viel Geld für Bereiche wie Marketing und Produktionsdienstleistungen oder Nebenprodukte vorgesehen ist.“ Das traurige Resultat für die Anleger: „Sie werden allenfalls einen Teil ihres investierten Geldes wiedersehen.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. April 2003: Die Dresdner Bank dreht ihren eigenen Trickfilm)

Auch Heinz Gerlach, Herausgeber des Informationsdienstes „Direkter Anlegerschutz“  berichtete 2008 über die „katastrophalen Management-Leistungen der BAC-Fondsinitiatoren Stefan Beiten und Nikolaus Weil bei dem von der BAC-Tochtergesellschaft Greenlight Media AG initiierten, von der Dresdner Bank im Jahr 2000 exklusiv vertriebenen 138-Mio.-DM-Medienfonds BAF Berlin Animation Film.“

2004 – 2008: Successful structuring and placement of a series of longevity equity investment funds with an aggregate volume of US$ 170 Million. (weiterlesen…)

Seit der Unternehmensgründung hat die BAC 12 Fonds aufgelegt, die in US-Lebensversicherungspolicen investieren, an denen sich rund 8.000 Anleger beteiligt haben. Die ersten Fonds wiesen dabei positive Ergebnisse für die Anleger aus durch rentable Verkäufe von Policen. „Die ersten Verkaufsverhandlungen, die in den USA geführt wurden, konnten gerade erfolgreich abgeschlossen werden. Den Zuschlag bekam ein US-amerikanisches Investorenkonsortium“, heißt es in einer Pressemitteilung vom 7.6.2006. „Die Policen sind an institutionelle US-Investoren abverkauft worden“, schreibt die BAC in Pressemitteilungen vom 19.10.2007 und 19.12.2007.

Bereits im August 2008 äußerte der Anlegerschützer Heinz Gerlach den Verdacht, „dass die BAC bei ihren US-Lebensversicherungs-Fonds ein modifiziertes Schneeball-System betreibt.“ Im Verkaufsprospekt des LifeTrust 14 dargestellte Interessenkonfliktrisiken ließen laut Gerlach darauf schließen, dass Policen von einem Fonds an einen anderen verkauft werden. Auf die Frage von Gerlach, ob die verkauften Policen an dritte Fremde oder an von der BAC aufgelegte Fonds verkauft wurden, antwortete die BAC: „Wir verkaufen unsere Policen auf einem liquiden, weltweiten Markt an externe Investoren.“ BAC zog sogar vor Gericht: „Die von BAC initiierten US-Lebensversicherungsfonds handeln untereinander nicht mit US-Policen aus ihrem jeweiligen Portfolio.“

Dass diese Antwort aber nicht unbedingt der Wahrheit entspricht, zeigen Recherchen der renommierten Journalisten Tilman Welther und Renate Daum. Die Grafiken in der Financial Times Deutschland, in der Fondszeitung und in Börse Online zeigen eindeutig, dass es Fonds-zu-Fonds-Transaktionen gab. Und die waren nicht unbedingt zum Vorteil der Anleger der kaufenden Fonds. Denn: „Es gab Aufschläge. Bei einer Transaktion zwischen dem Fonds Life Trust One und dem Fonds Life Trust 11 im Dezember 2007 schlug die Zwischengesellschaft Life Value Creations knapp 1,3 Mio. Dollar auf. […] Bei einem Geschäft vom 6. November 2006 fielen 2,2 Mio. Dollar Differenz an. Gut 1 Mio. Dollar davon stellten drei Gesellschaften aus dem BAC-Umkreis für Beratung in Rechnung. Zudem war der Chef und Gesellschafter der Zwischengesellschaft Settlement Acquisitions zugleich Chef des BAC-US-Geschäfts. Es war eines der Geschäfte, bei denen BAC von Verkäufen an „institutionelle US-Investoren“ gesprochen hatte“, schreibt die FTD.

FTD_Grafik Fonds-zu-Fonds-Transaktionen
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„BAC hat die Transaktionen von Policen von Fonds zu Fonds systematisch verschleiert und zum eigenen Vorteil genutzt“, schreibt daher Tilman Welther.

Am 20. September 2011 veranlasste die Staatsanwaltschaft Berlin übrigens Hausdurchsuchungen in den verschiedenen Büroräumen und Privathäusern der Herren Beiten, Weil und Przybyl wegen des Verdachts der Untreue und des Kapitalanlagebetrugs im besonders schweren Fall. (Anmerkung: Die Ermittlungen wurden schließlich eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft die Behauptungen der BAC-Gründer, es seien angemessene Bewertungen erfolgt, nicht ausreichend widerlegen konnte.)

Für die BAC sind das übrigens unhaltbare Vorwürfe. In ihrer Stellungnahme „Bei Fonds-Transaktionen stets korrekt verhalten“ vom 5. Oktober 2011 heißt es: „BAC unterstreicht mit Nachdruck, dass sowohl die Prämienfinanzierung von neu abzuschließenden Policen, die so genannte Initiierung, in Zeiten hoher Nachfrage und Angebotsknappheit als auch der Verkauf einzelner Policen zwischen den Fonds rechtmäßig und in Übereinstimmung mit den Beteiligungsprospekten erfolgten.“ Und: „Als „Dritte“ werden aus gesellschaftsrechtlicher Sicht Käufer bezeichnet, die keinen mehrheitlich gleichen und kontrollierenden Gesellschafterkreis oder im steuerrechtlichen Vergleich einen wirtschaftlich echten Interessensgegensatz haben. Damit sind auch Policen-Verkäufe zwischen den Life Trust-Fonds als Verkäufe an Dritte zu betrachten. Hierauf wird in den Prospekten ausdrücklich hingewiesen.“

Diese Aussagen stehen aber im eindeutigen Widerspruch zu den Beteuerungen im Jahr 2008, als die BAC vor Gericht zog und vortragen ließ: „Die von BAC initiierten US-Lebensversicherungsfonds handeln untereinander nicht mit US-Policen aus ihrem jeweiligen Portfolio.“ Schließlich hatte die BAC 2006 und 2007 mehrfach stolz von Policen-Verkäufen an institutionelle Investoren berichtet: „Die ersten Verkaufsverhandlungen, die in den USA geführt wurden, konnten gerade erfolgreich abgeschlossen werden. Den Zuschlag bekam ein US-amerikanisches Investorenkonsortium“, heißt es in einer Pressemitteilung vom 7.6.2006. „Die Policen sind an institutionelle US-Investoren abverkauft worden“, schreibt die BAC in Pressemitteilungen vom 19.10.2007 und 19.12.2007.

2005: Structuring and successful placement of 2 zero bonds with a total face value of € 12 Million for purpose of financing insurance related loans. (weiterlesen…)

2005 legte die BAC die beiden Zero Bonds „Life Trust Investment 1“ und „Life Trust Investment 2“ auf. Mit der Auflösung der Fonds Ende 2006 bzw. Anfang 2007 erhielten die Anleger „eine Vorsteuerrendite von 12 Prozent per annum“ (LTI1) bzw. „eine Vorsteuerrendite von 13 Prozent per annum“ (LTI2) – „nach dem Verkauf der Policen an einen US-amerikanischen Trust und institutionelle Investoren“, wie es in der Pressemitteilung der BAC vom 19. Februar 2007 heißt.

Sehr erfreulich für diese Anleger. Doch auch hier dürften Fonds-zu-Fonds-Transaktionen ihren Anteil haben und die Rendite damit zulasten anderer BAC-Anleger gegangen sein. Die Fondszeitung verfolgte den Weg einer Police aus dem Portfolio des LTI2. „Die Police ist jedoch nicht an einen externen Dritten, sondern an eine Zwischengesellschaft verkauft worden, die den Kaufpreis mit Geldern des Life Trust Premium 5 entrichtete.“ Im Anschluss wanderte diese Police durch 2 weitere Fonds, an die sie jeweils über Zwischengesellschaften – mit zum Teil deutlichen Zwischengewinnen – verkauft wurde, ehe sie 2008 im Life Trust Asset Pool (LTAP) landete. „Auf ihrem Weg in den LTAP ist sie nie unter echten Dritten gehandelt worden.“

Fondszeitung_Grafik Fonds-zu-Fonds-Transaktionen
2007 2010: Successful structuring and placement of various equity investment funds with a total volume of € 70 million to develop and purchase US infrastructure project portfolios, particularly focused on the telecommunication industry. (weiterlesen…)

Zwischen 2007 und 2010 hat die BAC 8 Fonds der InfraTrust-Reihe platziert, davon 4 Private Placements. Bei den rund 70 Millionen Euro, die die Anleger eingezahlt haben, gab es aber inzwischen herbe Verluste zu verzeichnen, die die Berichte der CIG Wireless offenbaren. Die Fonds InfraTrust 2 und 5 sowie InfraTrust Premium 7 und 9 waren an der CIG, LLC atypisch still beteiligt. Inzwischen wurden die atypisch stillen Beteiligungen so gewandelt, dass die Fonds jetzt Class A Memberships an der CIG, LLC halten. Zum Jahresende 2012 betrug der Buchwert der Class A Memberships von IT 2, 5 und ITP 9 laut 10-K-Bericht rund 11 Millionen USD. Ursprünglich jedoch verfügte allein der InfraTrust 2 über rund 27,49 Millionen Euro und der InfraTrust 5 hatte ein Volumen von knapp 10 Millionen USD.

Die erheblichen Verluste haben dabei zum einen die Fonds realisiert, die ursprünglich in den Bereich Landentwicklung investiert haben und dort deutliche Einbußen verzeichnen mussten. Zum anderen wurden den an der CIG, LLC beteiligten Fonds allein in den beiden vergangenen Jahren weit über 5 Millionen USD an Kosten in Rechnung gestellt, deutlich mehr als prospektiert.

Doch es sind noch höhere Verluste für die Anleger zu erwarten: Bereits mehrfach wurde versucht, die Anleger zu einem Tausch ihrer Fondsanteile gegen Aktien zu bewegen – nicht unbedingt zu ihrem Vorteil, wie die Artikelüberschriften „Ein Angebot zum Abschlagen“ (FTD), „Ein unmoralisches Angebot“ (fondstelegramm) oder „Tückisches Umtauschangebot für Fondsanleger“ (Euro am Sonntag) zeigen.

Im August 2013 wurde dann berichtet, dass der Investor Fir Tree groß bei der CIG Wireless einsteigt. Fir Tree gibt der CIG Wireless 35 Millionen US-Dollar und erhält dafür Vorzugsaktien. Zudem wurden Fir Tree umfassende finanzielle Vorteile und Kontrollmöglichkeiten eingeräumt, die aus der Beteiligung faktisch eine Übernahme der CIG Wireless durch Fir Tree machen dürften. Auch die finanziellen Konditionen haben es in sich. Nachdem die CIG bereits die über 10 Millionen US-Dollar geliehenes Kapital der Macquarie Bank mit fast 10% verzinsen und bedienen muss, kommen nun weitere 9% für das Kapital von Fir Tree hinzu. Diese Konditionen steigen in den nächsten Jahren bis auf 13%. Unter bestimmten Voraussetzungen erhöht sich der Zinssatz sogar bis auf 19%. Nach 5 Jahren kann Fir Tree auf einen Exit bestehen und fordern, dass die CIG Wireless das Kapital zurückzahlt. Kann sie das nicht, bestehen ja ausreichend Sicherheiten. Das Prinzip kennen wir bereits aus dem LifeTrust-Bereich.

2008: Advisory to structuring and successful closing of US$ 500 Million debt facility with major US bank to finance longevity and insurance product portfolios designed to exit on the ABS market. (weiterlesen…)

Im Jahr 2008 gründete die BAC den Life Trust Asset Pool, in den die 8 noch laufenden Fonds ihre Policen eingebracht haben. Im selben Jahr erhielt der LTAP eine Kreditlinie der Wachovia Bank für die Anschaffung und Verwaltung von US-Lebensversicherungspolicen. Doch obwohl das Geschäft mit Lebensversicherungspolicen ein langfristiges Geschäft ist und die Fonds, die ihre Policen in den LTAP eingebracht haben, eine Restlaufzeit über mehrere Jahre hatten, wurde die Kreditlinie mit einer Laufzeit von nur einem Jahr (!) vereinbart und auch die zwei Verlängerungsoptionen – so sie gewährt werden – hätten nur eine Laufzeit von jeweils einem Jahr gehabt. Die Laufzeit der hohen Kreditlinie stand somit in keinem Verhältnis zur Fondslaufzeit. Außerdem: „Die ursprünglichen Versicherungsnehmer lebten im Schnitt aber länger als erwartet“, schildert die FTD ein Problem der Policenfonds.

2010 scheiterten die Verhandlungen zur Verlängerung der Kreditlinie mit Wells Fargo und die Bank erhält nach Ablehnung des Chapter 11-Antrags endgültig Zugriff auf „rund 400 US-Lebensversicherungspolicen, nahezu das gesamte Vermögen der Lifetrust-Fonds“, wie die BAC am 21. Februar 2011 verkündet. „Damit droht mehr als 8000 Anlegern hierzulande der Totalverlust ihrer Einlage. Insgesamt stehen für sie 175 Millionen Dollar auf dem Spiel“, fasst das Manager Magazin am 21. Februar 2011 die Situation zusammen.

2010/2011: Advisory to distressed insurance asset portfolio in the course of Chapter 11 proceedings and DIP financing plan (weiterlesen…)

Im Zuge der gescheiterten Verhandlungen über die Verlängerung des Kreditrahmens beantragte BAC-Fondsmanagement des Bereichs US-Lebensversicherungen für den Life Trust Asset Pool (LTAP)  Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts, um den Zugriff des Gläubigers (der Bank Wells Fargo) auf die Policen zu verhindern. Der Antrag auf Gläubigerschutz wurde vom US-Gericht aber abgelehnt, da das Gericht auf Basis des aktuellen Marktwerts des LTAP-Portfolios keine ausreichende Grundlage sah, um einen angemessenen Schutz des Hauptgläubigers Wells Fargo bei gleichzeitiger Finanzierung der laufenden Versicherungsprämien zu gewährleisten.

Im März 2012 übrigens warb die Geschäftsführung (Franz-Philippe Przybyl) diverser LifeTrust-Fonds um Gesellschafterdarlehen in sechsstelliger Höhe, wie u.a. die FTD berichtet. Den Fonds ginge das Geld aus und mit den Gesellschafterdarlehen solle der laufende Fondsbetrieb finanziert werden. Käme der Mindestbetrag nicht zustande, drohe den Fondsgesellschaften die Insolvenz.

Seitdem werden die LifeTrust-Fonds mit Gesellschafterdarlehen am Leben gehalten, mit denen die Kosten für die Geschäftsführung und sonstige Ausgaben bedient werden. Die drohende Insolvenz kann mittlerweile ausweislich des Fondsmanagementberichts nur durch weitere Gesellschafterdarlehen verhindert werden. Die Zinsen für das erste Gesellschafterdarlehen werden übrigens nur im ersten Jahr gezahlt, wie der Bericht des Fondsmanagements für das Jahr 2012 zeigt. Erst wenn es weitere Einzahlungen gibt, würden die Zinsen wieder bedient. Auch das macht deutlich, dass den Fonds mutmaßlich die Insolvenz droht.

Übrigens: Bereits als das erste Gesellschafterdarlehen eingeworben wurde, ermittelte die Staatsanwaltschaft Berlin gegen Franz-Philippe Przybyl wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug und Untreue jeweils in besonders schwerem Fall. Diese Ermittlungen, die bereits im September 2011 aufgenommen wurden, hat Franz-Philippe Przybyl allerdings beim Einwerben des Darlehens wohl bewusst verschwiegen. (Anmerkung: Die Ermittlungen wurden schließlich eingestellt, weil die Staatsanwaltschaft die Behauptungen der BAC-Gründer nicht ausreichend widerlegen konnte.)
2011/2012: Cross-border restructuring of distressed international investment group (weiterlesen…) 

Bei der “international investment group” kann es sich tatsächlich nur um die BAC-Gruppe der Herren Beiten und Weil handeln. Diese scheint vor so erheblichen finanziellen Problemen zu stehen, dass Oliver Schulz im Dezember 2010, direkt vor seiner Freistellung, einen Eigen-Insolvenzantrag als notwendig erachtete. Am 22. Dezember 2010 folgten Massenentlassungen und die Einstellung der Emissionstätigkeit sowie der Antrag auf Chapter 11 für den LTAP.

Tatsächlich haben die BAC-Verantwortlichen die BAC in den vergangenen Jahren grundlegend umstrukturiert, aus Sicht von Oliver Schulz um die nun auch im InfraTrust-Bereich drohenden Verluste zu verschleiern und von ihrer Verantwortung abzulenken.

Die Veränderungen sind hier für Sie grafisch und textlich zusammengefasst:

140318_BAC damals-heute

Die Struktur der BAC hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Vor dem Ausscheiden von Oliver Schulz stand die BAC Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG an der Spitze. Ihre Tochtergesellschaft BAC Berlin Atlantic Capital GmbH, das Emissionshaus der BAC, hat seit 2004 rund 20 Beteiligungsangebote emittiert. Das Gründungskapital für die BAC stammte übrigens von der Greenlight Media Management GmbH (die ab Mitte 2003 unter Media Management GmbH firmierte und laut Handelsregistereintrag vom 5. Juni 2014 mittlerweile unter Argo Ventures GmbH mit den Geschäftsführern Stefan Beiten und Juliane Beiten firmiert), deren (damalige) Geschäftsführer Stefan Beiten und Nikolaus Weil in die „missratenen Filmfonds“ (FAZ) involviert waren, deren Anleger herbe Verluste verzeichnen mussten.

Ab Anfang 2013 firmierte das Emissionshaus dann unter dem Namen BeVS 1. Verwaltungs GmbH, Alleingesellschafter und Geschäftsführer waren ab dieser Zeit zunächst Herr Erkan Sarikaya und zuletzt Herr Herr Piotr Gomola. Auf Veranlassung von Stefan Beiten und Nikolaus Weil als Geschäftsführer der Muttergesellschaft Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG wurden zahlreiche BAC-Gesellschaften auf die BeVS verschmolzen bzw. wuchs der BeVS das Vermögen an. Dadurch wurden das Emissionshaus  (BAC GmbH/BeVS), die Vertriebseinheit BAC Vertriebs- und Service GmbH, die BAC Asset Management GmbH und die BAC-Opportunity 1 GmbH, die am 31.12.2013 eine Inhaberschuldverschreibung in Höhe von rd. € 910.000 an ihre Anleger zurückzahlen muss, und die ehemalige Muttergesellschaft BAC Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG miteinander verschmolzen. Hierbei handelt es sich allesamt um Gesellschaften mit extremen Haftungsrisiken und hohen Verbindlichkeiten u.a. gegenüber Anlegern und Vertrieben. Für die Haftungsthematik der einzelnen Gesellschaften zeichnet (nach Erkan Sarikaya) nunmehr Piotr Gomola als Alleininhaber verantwortlich.

Laut dem Bericht des Wirtschaftsprüfers Nils Berkholz (Wagemann & Partner) zum Jahresabschluss 2012 der BeVSwurden übrigens mit den Inhabern der Inhaberschuldverschreibung Vergleichsverhandlungen aufgenommen, um einen vollständigen oder teilweisen Verzicht gegenüber der Gesellschaft zu erreichen, was die Frage nach der Zahlungsfähigkeit der BAC aufwirft. Zudem haben die Herren Beiten und Weil als ehemalige Gesellschafter und/oder Geschäftsführer der BAC Holding mit diesem taktischen Schritt die Aussichten der Vertriebe auf eine Zahlung der ausstehenden Provisionen – Kenntnisstand heute – sehr wahrscheinlich und mutmaßlich bewusst vernichtet.

2013 ging der massive Umbau noch einen Schritt weiter: Durch Verschmelzungsvertrag vom 29.10.2013 und Zustimmungsbeschluss vom selben Tage wurde die BeVS 1. Verwaltungs GmbH auf ihren Alleingesellschafter Piotr Gomola verschmolzen, der das Unternehmen unter der Firma GOMOLA e. K. (HRA 49117 B beim Amtsgericht Charlottenburg) als Einzelkaufmann und Gesamtrechtsnachfolger fortführt. Damit ist die BAC/BeVS endgültig erloschen. Für den Notartermin war übrigens ein Dolmetscher zur Übersetzung ins Polnische notwendig, da Herr Gomola nach Überzeugung des Notars „der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig“ war.

GOMOLA e. K, also der eingetragene Kaufmann Piotr Gomola als Nachfolger des einstigen Emissionshauses, der verantwortlich ist für die Verbindlichkeiten der auf ihn verschmolzenen BeVS, gibt als Unternehmensgegenstand übrigens den Transport von Gütern an – interessant, da die Ursprungsgesellschaft noch die „Entwicklung von Finanzprodukten sowie damit verbundenen Unternehmensberatungstätigkeiten und die Investition, der Erwerb, das Halten, Verwalten und Verwerten von Beteiligungen an Gesellschaften und Unternehmen aller Art“ als Unternehmenszweck hatte.

Nachdem bereits die vorangegangenen Schritte der BAC-Gründer den Anschein erwecken konnten, dass die BAC „beerdigt“ und die Ansprüche der Anleger und Vertriebe vernichtet werden sollen, drängt sich diese Vermutung nun noch deutlicher auf. Möglicherweise könnte der Grund für die Verschmelzung auf Piotr Gomola als natürliche Person darin liegen, dass eine natürliche Person keine Insolvenzverschleppung begehen kann, wenn es sich um ihr Vermögen handelt – es besteht weder bei Zahlungsunfähigkeit noch bei Überschuldung eine Antragspflicht.
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In den vergangenen Jahren wurde die Struktur der BAC-Fondswelt grundlegend verändert. Die ursprüngliche Struktur war einfach: Komplementärin der Fondsgesellschaften von InfraTrust 2, 5, 6 und 8 sowie InfraTrust Premium 7 und 9 war zunächst die BAC Asset Management GmbH (BAM) und später die IAM Infrastructure Asset Management GmbH bzw. die MfAM Mobilfunk Asset Management GmbH. Die InfraTrust-Fonds 2, 5, 7 und 9 waren atypisch still an der zur BAC gehörenden Communication Infrastructure Group  LLC (CIG, LLC) beteiligt; ihnen waren jeweils bestimmte Masten und Kosten fest zugeordnet.

Heute ist die Struktur deutlich komplexer. Am 3. August 2011 verkaufte die BAC das Infrastrukturgeschäft mit den Gesellschaften MfAM, IAM und der Schweizer Gesellschaft Life Trust Asset Management, der heutigen WIF AG, an den Schweizer Investor Enex Management Group SA. Den Verkauf teilte die BAC mit einer Pressemeldung am 24.10.2011 der Öffentlichkeit mit. Ende 2011 wurde dann auch das amerikanische Geschäft an Enex veräußert.

Die Enex erteilte umgehend Stefan Beiten und Franz-Philippe Przybyl eine Art Generalvollmacht zur Ausübung ihrer Gesellschafterrechte in der IAM, der MfAM und der Life Trust Asset Management AG (die heutige WIF AG), wodurch die beiden Herren weiterhin auf die Fondsgeschäftsführung maßgeblichen Einfluss nehmen konnten. Zudem sicherten sich die Life Trust Asset Management AG und die Enex zusammen über 50% Aktienbesitz an der CIG Wireless Corp., der Mutter der CIG, LLC. Über die  Vollmacht für die Life Trust Asset Management AG, die 48,2% an der CIG Wireless Corp. hält, bestanden auch Einflussmöglichkeiten von Stefan Beiten und Franz-Philippe Przybyl auf die CIG Wireless.

In den Konzern der neu gegründeten Aktiengesellschaft CIG Wireless sollten die Fonds und damit die Anleger ihr gesamtes Kapital/Vermögen einbringen. Seit 2011 hat die Fondsgeschäftsführung mehrere Versuche unternommen, sie von einem solchen Tausch zu überzeugen. Die Anleger sollten ihre rund 80 Millionen USD Fondsvolumen gegen 30% der Aktien an der CIG Wireless tauschen, was von renommierten Medien äußerst negativ beurteilt wurde.

Am 4. Juni 2012 verkaufte die Enex die MfAM an die Tonga Finance and Trading AG weiter, die von dem Schweizer Treuhänder David Hauenstein gehalten wird. Dieser erteilte Nikolaus Weil am selben Tag eine Art Generalvollmacht zur Ausübung der Gesellschafterrechte in der  IAM und der MfAM. Somit konnten die BAC-Gründer, obwohl sie mehrfach verkündet hatten, sich aus dem Geschäft zurückgezogen zu haben, weiterhin Einfluss auf die Fonds nehmen. Der angebliche Rückzug sollte mutmaßlich lediglich die Öffentlichkeit täuschen und ihre weitere Einflussnahme verschleiern.

Am 30. Juni 2012 wurden die atypisch stillen Beteiligungsverträge der InfraTrust-Fonds 2, 5 und 9 gekündigt und die atypisch stillen Beteiligungen und die Ansprüche hieraus gegen die CIG, LLC gegen eine Art stimmrechtslose Vorzugsaktien an der CIG, LLC/CIG Wireless getauscht. Den Fonds sind dadurch nun keine Masten mehr zugeordnet, aus denen sie Mieteinnahmen erzielen; stattdessen tragen die Fonds und ihre Anleger nun als Gesellschafter mittelbar sämtliche Kosten der CIG, LLC – zunächst bis zu einer bestimmten Höhe – und nach Umwandlung der Vorzugsaktien mittelbar sämtliche kosten des CIG-Konzerns mit. Nicht zuletzt diese Restrukturierung im Zusammenspiel mit zuvor bereits – aus Sicht von Oliver Schulz vertragswidrig – zugewiesenen Kosten dürfte dazu geführt haben, dass nach eigener Mitteilung der Fondsgeschäftsführung die Fonds spätestens ab Mitte 2014 illiquide sein könnten.

Durch die erheblichen Umstrukturierungen sollte anscheinend verschleiert werden, dass die Herren Beiten, Weil und Przybyl sehr wohl weiterhin auf die Fonds Einfluss nehmen konnten und können. Hätten die Anleger den wiederholten Umtauschversuchen zugestimmt und so den Tausch der Masten und Liquidität ihrer Fonds gegen Aktien an der CIG Wireless ermöglicht, an der sich zuvor zumindest Herr Beiten weitgehend unbemerkt eine über 50%ige Mehrheit gesichert haben könnte, wären diesem sofort über 50% des Anlagevermögens zugefallen und die Anleger hätten lediglich eine Minderheitsbeteiligung an der von ihnen maßgeblich finanzierten Gesellschaft gehalten.

2012: Successful refinancing of a $65 Million debt facility for a insurance portfoli in collaboration with an US and German banking group. (weiterlesen…)

Um die Prämien für die (u.a. mit der Kreditlinie des LTAP) erworbenen Policen überhaupt bezahlen zu können, waren zusätzliche Kreditvereinbarungen mit einer anderen Bank (der North Channel Bank) erforderlich. Da die ursprünglichen Versicherungsnehmer der Policen im Schnitt länger lebten als erwartet, waren die Prämien dementsprechend länger zu bezahlen und die erwarteten Ablaufleistungen fielen später an als erwartet.

Nachdem Wells Fargo bereits Zugriff auf den Großteil der Policen der LifeTrust-Fonds erhalten hat, ist es nun doch sehr erfreulich, dass der Kredit für die weitere Finanzierung der Prämien der Policen verlängert wurde.
Übrigens: Zwischen dem LifeTrust-Bereich und dem InfraTrust-Bereich zeigen sich deutliche Parallelen. Diverse Fonds wurden aufgelegt und mit ihnen Eigenkapital eingeworben, die Fonds wurden gepoolt und Fremdkapital wird aufgenommen. Beim Life Trust Asset Pool endete das mit dem drohenden Totalverlust für die Anleger. Und bei den InfraTrust-Fonds wurden bereits herbe Verluste verzeichnet.

Eine interessante Gegenüberstellung hatte die Zita Holding von dem Juristen Christoph J. Partsch erstellt, die sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigte:

Zita_Parallelen IT-LT
2011-2013: Restructuring and Going Public of a US subsidiary of a German investment group with a capitalization volume of debt, mezzanine and equity capital in excess of US$250 million. (weiterlesen…)

In den Ohren der Anleger, die an der „US subsidiary of a German investment group”, der CIG, LLC, beteiligt sind, muss das wie der pure Hohn klingen. [Aufgrund einer von Stefan Beiten beantragten und vom Gericht ohne mündliche Verhandlung erlassenen einstweiligen Verfügung steht dieser Textpart derzeit nicht zur Verfügung. Die einstweilige Verfügung stellt eine rein vorläufige Regelung dar. Über die Zulässigkeit der Veröffentlichung des betroffenen Textparts wird im Hauptsacheverfahren mit mündlicher Verhandlung zu entscheiden sein.] Dann verkünden Stefan Beiten und Nikolaus Weil vollmundig die Durchführung der Restrukturierung und des Börsengangs, was ein Beleg für ihre erfolgreiche Arbeit als Anwälte und Berater sein soll.

Fassen wir den Weg der Restrukturierung einmal zusammen:

[Aufgrund einer von Stefan Beiten beantragten und vom Gericht ohne mündliche Verhandlung erlassenen einstweiligen Verfügung steht dieser Textpart derzeit nicht zur Verfügung. Die einstweilige Verfügung stellt eine rein vorläufige Regelung dar. Über die Zulässigkeit der Veröffentlichung des betroffenen Textparts wird im Hauptsacheverfahren mit mündlicher Verhandlung zu entscheiden sein.] Mehr zu den Umtausch- und Verkaufsversuchen lesen Sie in der Historie der InfraTrust-Fonds (2011: Anscheinend neuer Asset Pool in den USA geplant) und bei „Hat Stefan Beiten den InfraTrust-Fonds 2, 5 und 9 rund 6 Millionen USD an Beratungshonoraren in Rechnung gestellt?“.

Nachdem Stefan Beiten und Nikolaus Weil hier gescheitert waren, wurden die Versuche komplexer. Zunächst wurde der angebliche Rückzug der Herren Beiten und Weil aus dem Geschäft kommuniziert und Stephan Brückl zum neuen Fondsgeschäftsführer ernannt. Eine Mogelpackung, wie sich nach langem Leugnen herausstellte, [aufgrund einer von Stefan Beiten beantragten und vom Gericht ohne mündliche Verhandlung erlassenen einstweiligen Verfügung steht dieser Textpart derzeit nicht zur Verfügung. Die einstweilige Verfügung stellt eine rein vorläufige Regelung dar. Über die Zulässigkeit der Veröffentlichung des betroffenen Textparts wird im Hauptsacheverfahren mit mündlicher Verhandlung zu entscheiden sein]. Anleger, Vertriebspartner und Öffentlichkeit wurden schlichtweg belogen. Lesen Sie mehr bei „Stephan Brückl verheimlicht wiederholt die Einflussmöglichkeiten von Stefan Beiten und Nikolaus Weil“. Auf welchen Wegen die BAC-Gründer Stefan Beiten, Nikolaus Weil und Franz-Philippe Przybyl auch weiterhin Einfluss nehmen können auf das Fondsgeschäft, finden Sie grafisch aufbereitet unter „Hat Stefan Beiten den InfraTrust-Fonds 2, 5 und 9 rund 6 Millionen USD an Beratungshonoraren in Rechnung gestellt?“.

Mitte 2012 wurden die atypisch stillen Beteiligungsverträge zwischen den Fonds und der CIG, LLC gekündigt und die Forderungen der Fonds gegen den CIG-Konzern in eine Art Vorzugsaktien ohne Stimmrecht umgewandelt.

Wir erinnern uns: An der CIG, LLC waren die InfraTrust-Fonds 2, 5, 7 und 9 atypisch still beteiligt und über so genannte Compartments waren den Fonds bestimmte von der CIG, LLC gehaltene Masten und im Zusammenhang mit diesen Masten entstehende Kosten fest zugeordnet. Dann übernahm der Börsenmantel CIG Wireless Corp. die CIG, LLC. Die CIG Wireless wurde übrigens mutmaßlich durch Stefan Beiten und Nikolaus Weil dominiert – eben den Herren, die angeblich schon seit Jahren nichts mehr mit den InfraTrust-Fonds zu tun haben. Lesen Sie mehr hierzu bei „Angebliche Erfolgsmeldungen zur CIG Wireless sind ein Desaster für IT 2, 5 und 9 – Stephan Brückl verschweigt die negativen Auswirkungen“. Hier finden Sie auch eine Gegenüberstellung der Unterschiede zwischen einer atypisch stillen Beteiligung (die die Fonds ursprünglich abgeschlossen haben) und der inzwischen eingetretenen Aktienbeteiligung an der CIG, LLC.

Durch diese Umstrukturierung war es plötzlich möglich, den Fonds Kosten zuzuordnen, die sie auf Basis der atypisch stillen Beteiligungsverträge niemals hätten tragen müssen. Das Management um Nikolaus Weil und Stephan Brückl hat innerhalb von zwei Jahren seit dem 31.12.2010 bei den Fonds anscheinend Verluste von rund 21,5 Millionen US-Dollar eingebucht bzw. diese mit Kosten in dieser Höhe belastet. Die atypisch stillen Beteiligungen wurden am 31.12.2012 nämlich nur noch mit Buchwerten in Höhe von rund 7 Millionen US-Dollar (InfraTrust 2), rund 4 Millionen US-Dollar (InfraTrust 5) und rund 350.000 US-Dollar (InfraTrust Premium 9) angesetzt. Zur Erinnerung: Noch zum 31.12.2010 wurde das Anlagevermögen beim IT 2 mit 16.597.372 Euro ausgewiesen;  bei einem Kurs von 1,30 USD/EUR entspricht das rund 21,5 Millionen US-Dollar. Wie konnte sich dieser Wert in zwei Jahren um rund 14,5 Millionen US-Dollar reduzieren? Beim IT 5 lag das Anlagevermögen am 31.12.2010 noch bei rund 8 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Verlust in zwei Jahren von rund 4 Millionen US-Dollar oder 50%. Und beim ITP 9 waren es Ende 2010 noch rund 800.000 US-Dollar; ein Verlust in zwei Jahren von rund 450.000 US-Dollar. Mehr zu dieser gigantischen Geldvernichtung – oder vielleicht besser: Geldumschichtung – lesen Sie bei „Wie sind die Verluste von InfraTrust 2, InfraTrust 5 und InfraTrust Premium 9 zu beurteilen und droht nun auch den Anlegern von InfraTrust 6 und InfraTrust 8 eine Schädigung?

[Aufgrund einer von Stefan Beiten beantragten und vom Gericht ohne mündliche Verhandlung erlassenen einstweiligen Verfügung steht dieser Textpart derzeit nicht zur Verfügung. Die einstweilige Verfügung stellt eine rein vorläufige Regelung dar. Über die Zulässigkeit der Veröffentlichung des betroffenen Textparts wird im Hauptsacheverfahren mit mündlicher Verhandlung zu entscheiden sein.] Die Bankguthaben der Fonds reichen laut Fondsmanagementberichten inzwischen nicht mehr aus, „um die laufenden Verpflichtungen des Fonds zu erfüllen. […] Trotz guter Geschäfts- und Gewinnaussichten ist aufgrund der aktuellen Liquiditätslage die Zuführung zusätzlicher Liquidität dringend erforderlich, um den laufenden Betrieb Ihrer Gesellschaft weiterhin aufrechterhalten und die künftigen Potentiale auch realisieren zu können.“

Die Anleger sollen der Fondsgeschäftsführung nun weitere Gelder zur Verfügung stellen, ansonsten dürfte eine Insolvenz drohen. Der Vorsitzende des Managementbeirats der InfraTrust-Fonds wirbt inzwischen ganz offen für die Gewährung von Gesellschafterdarlehen. Werden keine oder nicht ausreichende Gelder eingeworben, dürfte den Fonds eine Insolvenz drohen. Mehr zu der desolaten Finanzlage bei einigen InfraTrust-Fonds lesen Sie bei „Fondsmanagementberichte bestätigen Befürchtungen“ sowie in der „Stellungnahme zum Fondsmanagementbericht des InfraTrust 2“ und der „Stellungnahme zum Managementbericht des InfraTrust 5“.

Da die Fonds grundlegend verändert wurden und durch den Wegfall der direkt zugeordneten Masten keine Mieteinnahmen mehr erhalten, drohen den Fonds kurzfristig massive Zahlungsschwierigkeiten. Um die damit ggf. verbundene Insolvenzgefahr – zumindest vorübergehend – zu verhindern, hat die CIG Wireless im Herbst 2013 so genannte Promissory Notes eingeräumt, die die Finanzierung der Ausgaben vorerst sicherstellen sollten. Das Geld für die Promissory Notes stammt von Stefan Beiten, der der CIG Wireless eine Million zur Verfügung gestellt hat. Dieses Geld geht an die ehemals atypisch beteiligten InfraTrust-Fonds. Doch wer hier die von Brückl kommunizierte gute Tat vermutet, täuscht sich: Das Geld dreht sich schlichtweg im Kreis. Denn durch die abgewendete Zahlungsunfähigkeit können die Fonds können ihre Verbindlichkeiten gegenüber der MfAM begleichen. Die MfAM untersteht Nikolaus Weil. Und damit ist der Kreislauf des Geldes geschlossen, während Beiten als „Retter“ der InfraTrust-Fonds positioniert wird. Mehr hierzu lesen Sie bei „Stellungnahme zum Fondsmanagementbericht des InfraTrust 2“.

Fassen wir die vollmundig verkündete Restrukturierung einmal kurz zusammen: [Aufgrund einer von Stefan Beiten beantragten und vom Gericht ohne mündliche Verhandlung erlassenen einstweiligen Verfügung steht dieser Textpart derzeit nicht zur Verfügung. Die einstweilige Verfügung stellt eine rein vorläufige Regelung dar. Über die Zulässigkeit der Veröffentlichung des betroffenen Textparts wird im Hauptsacheverfahren mit mündlicher Verhandlung zu entscheiden sein.]

Die Position der Anleger wurde durch die Restrukturierung grundlegend verändert – zum schlechteren. Die Anleger befinden sich heute in einer Nachrangposition, die nicht einmal mehr mit Mobilfunkmasten besichert ist. Denn aus Sicht von Oliver Schulz hat die CIG, LLC keine unbelasteten Mobilfunkmasten mehr. Vielmehr dürften die Masten heute als Sicherheit für die Macquarie Bank dienen, die der CIG einen Kredit über 10 Millionen US-Dollar gegeben hat. Noch weiter ins Hintertreffen geraten sind die Anleger aus Sicht von Oliver Schulz durch den Einstieg von Fir Tree Mitte 2013, bei dem Fir Tree anscheinend die Kontrolle über die CIG Wireless übernommen hat.

Nachdem die CIG bereits die über 10 Millionen US-Dollar geliehenes Kapital der Macquarie Bank mit fast 10% verzinsen und bedienen muss, kommen nun weitere 9% für das Kapital von Fir Tree hinzu. Diese Konditionen steigen in den nächsten Jahren bis auf 13%. Unter bestimmten Voraussetzungen erhöht sich der Zinssatz sogar bis auf 19%. Nach 5 Jahren kann Fir Tree auf einen Exit bestehen und fordern, dass die CIG Wireless das Kapital zurückzahlt. Kann sie das nicht, bestehen ja ausreichend Sicherheiten – wie gut das klappt, haben wir ja im LifeTrust-Bereich gesehen.

Jetzt ist es also nicht nur so, dass die Fonds (seit der Kündigung der atypisch stillen Beteiligungsverträge) nicht nur keine laufenden Mieteinnahmen mehr haben. Nun sind sie in der Rangfolge ganz hinten und es ist fraglich, wann und wie viel Geld bei ihnen ankommen wird. Denn bevor sie Gelder erhalten, müssen erst einmal die hohen Ansprüche der in der Rangliste weit vor ihnen stehenden beglichen werden – obwohl es die Fonds und damit die Anleger sind, die den Aufbau der CIG finanziert haben. Übrigens verschlechtern sich die Aussichten der Anleger aus Sicht von Oliver Schulz von Quartal zu Quartal weiter: Die CIG Wireless Corp. begleicht ihre Verbindlichkeiten gegenüber Fir Tree nicht in Cash, sondern gibt stattdessen weitere Vorzugsaktien aus, wodurch die Anleger in der Rangfolge quasi ein weiteres Stück nach hinten rutschen. Mehr zu den finanziellen Aussichten für die Anleger lesen Sie bei „Angebliche Erfolgsmeldungen zur CIG Wireless sind ein Desaster für IT 2, 5 und 9 – Stephan Brückl verschweigt die negativen Auswirkungen“.

 

Die Entwicklungen der vergangenen Jahre lassen sich wie folgt knapp zusammenfassen: Seit 1998 mussten die BAC-Gründer, insbesondere Stefan Beiten und Nikolaus Weil, wieder und wieder Misserfolge bei ihren unternehmerischen Aktivitäten verzeichnen. Dabei haben sie sich diverser PR-Dienstleister bedient, um ihre Misserfolge kommunikativ zu verschleiern und keine Verantwortung für ihre teils katastrophalen Managementleistungen zu übernehmen.

Stefan Beiten, Nikolaus Weil und Franz-Philippe Przybyl haben in den vergangenen Jahren Tausende Anleger wieder und wieder getäuscht und ihnen Schäden in dreistelliger Millionenhöhe beschert. Tausenden Anlegern droht der Totalverlust ihres den BAC-Gründern anvertrauten Geldes. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits in diversen Verfahren gegen die Herren und Oliver Schulz steht der Staatsanwaltschaft seit 2011 als Zeuge zur Verfügung, um sie bei der Aufklärung der Geschehnisse zu unterstützen.

Es mutet seltsam an, dass die Herren Beiten und Weil ihren Track Record, den man aus Fonds- oder Anlegersicht wohl gut für einen Track Record of Failure halten könnte, hier als Erfolgsgeschichte darstellen und mit ihm „Kompetenz“ als Rechtsanwälte herausstellen möchten. Zumal die praktische Arbeit – so steht zu vermuten – in den meisten Fällen tatsächlich weitgehend nicht von den Herren Beiten und Weil, sondern jeweils von eigens mandatierten externen Rechtsanwälten durchgeführt worden sein dürfte. Dafür kann es nur einen Grund geben: Herr Stephan Brückl hat ja verdeutlicht, dass die „Alt-Gesellschafter“ (gemeint sind Stefan Beiten und Nikolaus Weil) von den InfraTrust-Fonds als Berater engagiert worden sind. Es scheint – um es vorsichtig zu sagen – nicht ausgeschlossen, dass ein großer Teil der außergewöhnlichen Kosten, die nicht prospektiert waren und mithin das Vermögen der Anleger prospekt- und konzeptionswidrig angreifen bzw. angegriffen haben, an die Herren Beiten und Weil bzw. die von ihnen mandatierten Rechtsanwälte gegangen ist. Wer – außer Herrn Brückl – würde diese Herren mit dieser „Erfolgshistorie“ beauftragen?

Abschließend zu den „erfolgreichen Restrukturierungsbemühungen“ der Herren ein Zitat von Stefan Beiten und Nikolaus Weil, das ihre Bemühungen kennzeichnet: „Wir glauben daran.“ Nachdem ihre katastrophalen Managementleistungen den Anlegern der BAF Berlin Animation Funds horrende Verluste bescherten, den über 8.000 Anlegern der LifeTrust-Fonds der Totalverlust droht und verschiedene InfraTrust-Fonds massiv an Wert verloren haben, bleibt vielleicht nur der Glaube.