Umbau BAC

Die BAC-Gründer haben die BAC in den vergangenen Jahren grundlegend umstrukturiert, um aus Sicht von Oliver Schulz die nun auch im InfraTrust-Bereich drohenden Verlusten zu verschleiern und von ihrer Verantwortung abzulenken.

Die Veränderungen sind hier für Sie grafisch und textlich zusammengefasst:

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Die Struktur der BAC hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Vor dem Ausscheiden von Oliver Schulz stand die BAC Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG an der Spitze. Ihre Tochtergesellschaft BAC Berlin Atlantic Capital GmbH, das Emissionshaus der BAC, hat seit 2004 rund 20 Beteiligungsangebote emittiert. Das Gründungskapital für die BAC stammte übrigens von der Greenlight Media Management GmbH (die ab Mitte 2003 unter Media Management GmbH firmierte und laut Handelsregistereintrag vom 5. Juni 2014 mittlerweile unter Argo Ventures GmbH mit den Geschäftsführern Stefan Beiten und Juliane Beiten firmiert), deren (damalige) Geschäftsführer Stefan Beiten und Nikolaus Weil in die „missratenen Filmfonds“ (FAZ) involviert waren, deren Anleger herbe Verluste verzeichnen mussten.

Ab Anfang 2013 firmierte das Emissionshaus dann unter dem Namen BeVS 1. Verwaltungs GmbH, Alleingesellschafter und Geschäftsführer waren ab dieser Zeit zunächst Herr Erkan Sarikaya und zuletzt Herr Herr Piotr Gomola. Auf Veranlassung von Stefan Beiten und Nikolaus Weil als Geschäftsführer der Muttergesellschaft Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG wurden zahlreiche BAC-Gesellschaften auf die BeVS verschmolzen bzw. wuchs der BeVS das Vermögen an. Dadurch wurden das Emissionshaus  (BAC GmbH/BeVS), die Vertriebseinheit BAC Vertriebs- und Service GmbH, die BAC Asset Management GmbH und die BAC-Opportunity 1 GmbH, die am 31.12.2013 eine Inhaberschuldverschreibung in Höhe von rd. € 910.000 an ihre Anleger zurückzahlen muss, und die ehemalige Muttergesellschaft BAC Berlin Atlantic Holding GmbH & Co. KG miteinander verschmolzen. Hierbei handelt es sich allesamt um Gesellschaften mit extremen Haftungsrisiken und hohen Verbindlichkeiten u.a. gegenüber Anlegern und Vertrieben. Für die Haftungsthematik der einzelnen Gesellschaften zeichnet (nach Erkan Sarikaya) nunmehr Piotr Gomola als Alleininhaber verantwortlich.

Laut dem Bericht des Wirtschaftsprüfers Nils Berkholz (Wagemann & Partner) zum Jahresabschluss 2012 der BeVS wurden übrigens mit den Inhabern der Inhaberschuldverschreibung Vergleichsverhandlungen aufgenommen, um einen vollständigen oder teilweisen Verzicht gegenüber der Gesellschaft zu erreichen, was die Frage nach der Zahlungsfähigkeit der BAC aufwirft. Zudem haben die Herren Beiten und Weil als ehemalige Gesellschafter und/oder Geschäftsführer der BAC Holding mit diesem taktischen Schritt die Aussichten der Vertriebe auf eine Zahlung der ausstehenden Provisionen – Kenntnisstand heute – sehr wahrscheinlich und mutmaßlich bewusst vernichtet.

2013 ging der massive Umbau noch einen Schritt weiter: Durch Verschmelzungsvertrag vom 29.10.2013 und Zustimmungsbeschluss vom selben Tage wurde die BeVS 1. Verwaltungs GmbH auf ihren Alleingesellschafter Piotr Gomola verschmolzen, der das Unternehmen unter der Firma GOMOLA e. K. (HRA 49117 B beim Amtsgericht Charlottenburg) als Einzelkaufmann und Gesamtrechtsnachfolger fortführt. Damit ist die BAC/BeVS endgültig erloschen. Für den Notartermin war übrigens ein Dolmetscher zur Übersetzung ins Polnische notwendig, da Herr Gomola nach Überzeugung des Notars „der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig“ war.

GOMOLA e. K, also der eingetragene Kaufmann Piotr Gomola als Nachfolger des einstigen Emissionshauses, der verantwortlich ist für die Verbindlichkeiten der auf ihn verschmolzenen BeVS, gibt als Unternehmensgegenstand übrigens den Transport von Gütern an – interessant, da die Ursprungsgesellschaft noch die „Entwicklung von Finanzprodukten sowie damit verbundenen Unternehmensberatungstätigkeiten und die Investition, der Erwerb, das Halten, Verwalten und Verwerten von Beteiligungen an Gesellschaften und Unternehmen aller Art“ als Unternehmenszweck hatte.

Nachdem bereits die vorangegangenen Schritte der BAC-Gründer den Anschein erwecken konnten, dass die BAC „beerdigt“ und die Ansprüche der Anleger und Vertriebe vernichtet werden sollen, drängt sich diese Vermutung nun noch deutlicher auf. Möglicherweise könnte der Grund für die Verschmelzung auf Piotr Gomola als natürliche Person darin liegen, dass eine natürliche Person keine Insolvenzverschleppung begehen kann, wenn es sich um ihr Vermögen handelt – es besteht weder bei Zahlungsunfähigkeit noch bei Überschuldung eine Antragspflicht.

 

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In den vergangenen Jahren wurde die Struktur der BAC-Fondswelt grundlegend verändert. Die ursprüngliche Struktur war einfach: Komplementärin der Fondsgesellschaften von InfraTrust 2, 5, 6 und 8 sowie InfraTrust Premium 7 und 9 war zunächst die BAC Asset Management GmbH (BAM) und später die IAM Infrastructure Asset Management GmbH bzw. die MfAM Mobilfunk Asset Management GmbH. Die InfraTrust-Fonds 2, 5, 7 und 9 waren atypisch still an der zur BAC gehörenden Communication Infrastructure Group  LLC (CIG, LLC) beteiligt; ihnen waren jeweils bestimmte Masten und Kosten fest zugeordnet.

Heute ist die Struktur deutlich komplexer. Am 3. August 2011 verkaufte die BAC das Infrastrukturgeschäft mit den Gesellschaften MfAM, IAM und der Schweizer Gesellschaft Life Trust Asset Management, der heutigen WIF AG, an den Schweizer Investor Enex Management Group SA. Den Verkauf teilte die BAC mit einer Pressemeldung am 24.10.2011 der Öffentlichkeit mit. Ende 2011 wurde dann auch das amerikanische Geschäft an Enex veräußert.

Die Enex erteilte umgehend Stefan Beiten und Franz-Philippe Przybyl eine Art Generalvollmacht zur Ausübung ihrer Gesellschafterrechte in der IAM, der MfAM und der Life Trust Asset Management AG (die heutige WIF AG), wodurch die beiden Herren weiterhin auf die Fondsgeschäftsführung maßgeblichen Einfluss nehmen konnten. Zudem sicherten sich die Life Trust Asset Management AG und die Enex zusammen über 50% Aktienbesitz an der CIG Wireless Corp., der Mutter der CIG, LLC. Über die  Vollmacht für die Life Trust Asset Management AG, die 48,2% an der CIG Wireless Corp. hält, bestanden auch Einflussmöglichkeiten von Stefan Beiten und Franz-Philippe Przybyl auf die CIG Wireless.

In den Konzern der neu gegründeten Aktiengesellschaft CIG Wireless sollten die Fonds und damit die Anleger ihr gesamtes Kapital/Vermögen einbringen. Seit 2011 hat die Fondsgeschäftsführung mehrere Versuche unternommen, sie von einem solchen Tausch zu überzeugen. Die Anleger sollten ihre rund 80 Millionen USD Fondsvolumen gegen 30% der Aktien an der CIG Wireless tauschen, was von renommierten Medien äußerst negativ beurteilt wurde.

Am 4. Juni 2012 verkaufte die Enex die MfAM an die Tonga Finance and Trading AG weiter, die von dem Schweizer Treuhänder David Hauenstein gehalten wird. Dieser erteilte Nikolaus Weil am selben Tag eine Art Generalvollmacht zur Ausübung der Gesellschafterrechte in der  IAM und der MfAM. Somit konnten die BAC-Gründer, obwohl sie mehrfach verkündet hatten, sich aus dem Geschäft zurückgezogen zu haben, weiterhin Einfluss auf die Fonds nehmen. Der angebliche Rückzug sollte mutmaßlich lediglich die Öffentlichkeit täuschen und ihre weitere Einflussnahme verschleiern.

Am 30. Juni 2012 wurden die atypisch stillen Beteiligungsverträge der InfraTrust-Fonds 2, 5 und 9 gekündigt und die atypisch stillen Beteiligungen und die Ansprüche hieraus gegen die CIG, LLC gegen eine Art stimmrechtslose Vorzugsaktien an der CIG, LLC/CIG Wireless getauscht. Den Fonds sind dadurch nun keine Masten mehr zugeordnet, aus denen sie Mieteinnahmen erzielen; stattdessen tragen die Fonds und ihre Anleger nun als Gesellschafter mittelbar sämtliche Kosten der CIG, LLC – zunächst bis zu einer bestimmten Höhe – und nach Umwandlung der Vorzugsaktien mittelbar sämtliche kosten des CIG-Konzerns mit. Nicht zuletzt diese Restrukturierung im Zusammenspiel mit zuvor bereits – aus Sicht von Oliver Schulz vertragswidrig – zugewiesenen Kosten dürfte dazu geführt haben, dass nach eigener Mitteilung der Fondsgeschäftsführung die Fonds spätestens ab Mitte 2014 illiquide sein könnten.

Durch die erheblichen Umstrukturierungen sollte anscheinend verschleiert werden, dass die Herren Beiten, Weil und Przybyl sehr wohl weiterhin auf die Fonds Einfluss nehmen konnten und können. Hätten die Anleger den wiederholten Umtauschversuchen zugestimmt und so den Tausch der Masten und Liquidität ihrer Fonds gegen Aktien an der CIG Wireless ermöglicht, an der sich zuvor zumindest Herr Beiten weitgehend unbemerkt eine über 50%ige Mehrheit gesichert haben könnte, wären diesem sofort über 50% des Anlagevermögens zugefallen und die Anleger hätten lediglich eine Minderheitsbeteiligung an der von ihnen maßgeblich finanzierten Gesellschaft gehalten.